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Der blaue Montag

Der blaue Montag

 

 

Himmelsblau Kuppelzelt und Firmament
Wahrheit steht in den Sternen geschrieben
Nur des Tages im Licht siehst Du Sie nicht

Es ist wahr sagt die Angst
Das aus Furcht vor der Wahrheit
Sich die Lüge schwarz verwölkend

Vor das Licht der Sonne schiebt
Besser aufrecht zu sterben
Als ein kniender Sklave zu sein

Joshu ben Jesus Kaspar Hauser
Mahadma Gandhi Martin Luther King
John Fitzgerald Kennedy

 

 

 

 

Sonntage sind heilig

Sonntage sind heilig

 

Wenn ein Gekränkter Heilung sucht
Denn was ist Krankheit anders
Denn Gekränktsein

Wenn also jene Kranke Seele
Mit Fremdwort der Patient
Sein Leiden dem Arzt vorträgt

Verschreibt jener Tablettenpillen
Verabreicht eine Spritze oder überweist
Zu einem der Spezialisten mit Mikroskop

Röntgengerät oder Kernspinntomogramm
Selten auch zu einem Psychologen
Oder gar Psychiater Seelenkundige

Gibt es in Ihrem Weltbild nicht
Das was ich eingeladen habe
Mich zu kränken werde ich suchen

Erkennen benennen und anerkennend
Bannen Heilung ist Annahme dessen was ist
Und Gesundung gewährt und ist allzeit Lieben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ei Du Sonntag

Ei Du Sonntag

 

Nachdem ich erwacht wie immer
Etwas betroffen über das hiersein
Nach dem Traumland das ach so wirklich

Trete ich vor das Haus und die Wiese
Ist wie eines samtenen Pfirsich Haut
Mit dem ersten Frosthauch überkleidet

Ich füttere die Vögel hole Holz
Und ein Amselmännchen sitzt am
Vogelbadrand und trinkt Vertrauen

 

 

 

 

 

 

O Sonntag

O Sonntag

 

Hast Du heute schon geliebt
Erbarmungslos den Lügen
Wahrhaftig bist Du hinabgestiegen

In Deine Unterwelt
Die auch die meine ist
Und hast den Göttern die Fackel

Entrissem Lichtbringer Du
Den Sklaven mitleidlos
Einfach Freiheit geschenkt

Und dann hier aufgeräumt
Das Oberste zu unterst
Und das Unterste zu oberst gewendet

Ja ja ich weis das schickt sich nicht
Leichen im Keller stinken
Und abgerissene Masken

Entlarven entsetztliche Fratzen
Stell ihn ab den Schonwaschgang
Koche die blutigen Laken blütenweiß

Keine Zeit keine Lust andere sollens tun
Es gibt niemanden denn Dich
Wir die Freien  erwarten Dich

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Treppe

Die Treppe

 

Ganz frisch und klein erst krabbelte ich
Die ersten Stufen noch mühsam hoch
Und stürzte wohl hinunter wollend

Das eine und anderemal hinab
Später knabengroß nahm ich zwei drei
Auf einmal denn Schnelligkeit war mir Lust

Dann verknackste ich mir den Fuß
Und die Treppe wurde meine Lehrerin
Der Gelassenheit und in mir ruhender Würde

Heute gereift durch Erfahrung dankbar
Bin ich in Demut gestärkt selbst
Zu einer Stufe der Treppe geworden

 

 

 

 

 

 

Geschichten die das Leben schrieb

Geschichten die das Leben schrieb

 

 

Als Knabe wurde ich in das katholische
Internat Sankt Paul gesteckt dieser Paulus
War ja Alttestamentarier und verfolgte anfangs

Jesu Lebenswerk um späterhin die Seite zu wechseln
Und das Patriarchat wieder in den Evangelien
Versteckt zu betreiben als späteres Kirchentum

Dort interniert nur Knaben und Präfekte
Brach ich einstmals am runden Mittagstisch
Weinend zusammen denn keine weibliche Energie

Allhie und eines Nachmittags hatten wir die Idee
Ein Spiel zu treiben ein Jeder müsse einmal
Mit vor der Brust verschränkten Armen

Stehend sich nach hinten fallen lassen
In die auffangenden Arme eines Mitschülers
Manche drehten sich zuletzt um oder entschränkten

Die Arme zum Schutze des zu gewärtigenden Falles
Als ich an die Reihe kam hielt ich an mich
Fiel nach hinten und wurde fallen gelassen

Mit hämischem Lachen quittiert Vertrauen ist heilig
Als die Probezeit vorüber war durfte ich endlich wieder
Nach Hause gehen denn das Kirchenlatein wollte nicht bei mir sein

 

 

 

 

 

 

 

Welch gigantischer Schwindel

Welch gigantischer Schwindel

 

 

Das gleichnamige Drama von Eugene Ionesco
Hatte ich einundzwanzigjährig 1973 im Theater
Tief bewegt und erschüttert  erlebt

Erst im Laufe der Jahrzehnte reiferen Lebens
Erkannte ich die Hellsichtigkeit dieses
Rumänischen Philosophenkünstlers am eigenen Sein

Meine Mutter belog mich mit der Antwort
Auf die Frage des kleinen Buben wo denn mein
Vati sei          Der ist im Krieg gefallen

Späterhind meine Halbschwester mir ein Geheimnis
Verraten wollend Der lebt im anderen Stadtteil
Die erste Große Liebe unplatonisch nach vier Jahren

Ihrerseits verloschen gesteht eines Morgens
Noch im Bett neben mir erwacht Joschi ich muß
Dir etwas gestehen ich habe Dir vier Jahre lang

Den Höhepunkt vorgetäuscht Als Jugendlicher irritierte
Mich ein Klassenkamerad Zwei Feldtelefone mir zu eigen
Im Wald von uns versteckt waren später weg und Er suchte

Mit mir ausgiebig alte Bombentrichter nach ihnen ab
Spätnachmittags fand ich beide Teile im Schrebergarten
Seiner Großmutter vor dem Häuschen stehend wieder

Ich erspare uns hier weitere Beispiele religiöser
Politischer sozialer wirtschaftlicher wissenschaftlicher
Klimatischer und philosophischweltanschaulicher Schwindel

Denn mir ist schwindlig alleine davon das die ruhende
Erde sich mit 1600 Stundenkilometern um eine Achse wirbelt
Und der Urknall hat an mir einen Hörsturz bewirkt

Freude schöner Götterfunke alle Menschen werden Geschwister
Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben
Liebet Euere Feinde vergib Ihnen verzeih Dir
Denn Sie wissen fühlen empfinden noch nicht was Sie tun