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Buchführung

Buchführung

 

Es gibt kein Schuldbuch
geliehenen Geldes
noch Beweise gebrochener

Versprechen enttäuschten
gegebenen Wortes noch
Aufzeichnungen Deiner

Scheinbar geheimsten dunklen
Gedanken unterdrückter
Gefühle Punkt Ausrufezeichen

Wiewohl jedes Lächeln jede
anrührende Geste offenen
liebenden Wortes geronnener

Tat im Buche des Lebens leuchtend
durch die Engel des Schicksals
verzeichnet und besiegelt wird

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Ritual

Das Ritual

 

Täglich allabendlich witterungsgemäß
nach getanem Tagwerk froh und frei
sitzend auf der Bank mit Blick über den See

Der lichten Sonne ins goldne Antlitz flirrend
blickend wortlos einvernehmlich ist alles
Leben ein einzig liebendes Geschenk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Chronik des Engels der Zeit

Die Chronik des Engels der Zeit

 

Vorher war alles einig
alles vereint eins
dann rief die Freiheit

Zuerst die Ewigkeit
dann die Unendlichkeit
zuletzt die Zeit

Und als allerletztes
den Tod der Zeit ins Sein
Alles hat seine Zeitweiligkeit

Same Keim Trieb Knospe
Blüte Frucht Länder Reiche
Mächte Kräfte Religionen

Wie Winter uns des Sommers
Tod nur wandelt frühlingshaft
als heilges Bild uns schenkt

Ersteht aus dem Leichenbrei
der Raupe im Konkon der Schmetterling
als fliegende Blume vollendet wunderschön

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Tischler

Der Tischler

 

Ein Tischler auch Schreiner
nimmt verdichtetes Sonnenlicht
das ehedem in einem Baum

Jetzt Bretter Balken Latten
und fertigt einen Tisch darauf
das Leben selber angerichtet

Und fertigt eine Wiege für
klein Erna und ein Schaukelpferd
für klein Hänschen dann zuletzt

Eine Bahre noch und einen Sarg
Kreuze hat Er nie geschreinert
Jesus Isa Joshua der Tischler der Liebe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Ritter ohne Furcht und Tadel

Der Ritter ohne Furcht und Tadel

 

Es war ein Ritter stark
ohne Pferd und Schwert
Ei edler Mann bist Du

Dir denn gar nichts wert
Ach wackrer Bauersmann
ich habe denn genug gestritten

Gar manche Narbe Not
und Pein gelitten da kams
mir eines Nachts im Traum

Das aller Kampf ist Lug und Schaum
denn was ein andrer nicht will
noch ist bereit zu wollen

Wie ihn denn zwingen gar
auf Leib und Leben
der Sieg sodenn ist

Blutig nur vergeben
Ich will von meiner Hände Arbeit
rein vortan mich nähren

Und dem Himmel danken
die Erde segenen das ich noch
atme liebestrunkne Luft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschafft

Geschafft

 

Wohl körperlich ermüdet
nachdem all jenes getan
wessen es bedarf

Nichts Unnötiges dafür
hilfreich Schönes
Not in Brot wandelnd

Achtsam wohlbedacht
mitgefühlt empfindend
klingt die Symphonie

Des Tagwerks aus
mit einem lächelndem
Seufzer der Dankbarkeit