Category Archives: Lyrik

Schwalben

Schwalben

 

Dieses Jahr sind wir schon wie
Hier in Bayern am 12ten April
Angereist vereinzelt erst doch gesichtet

Eine Schwalbe macht noch keinen
Sommer lautete ein Schlager dazumal
Wir sind Gastarbeiter Fliegenfänger

Lehmnestbauer Kuhstall beheimatet
Dachgaubengesimmse mietend hurtig
Und geschwind des Himmels Kind

Das eine Klimaerwärmung zu befürchten sei
Einerlei Klima ist Veränderung Leben
Eben und die nächst kleine Eiszeit oha

Erleben wir gerade höchst geistig seelisch
Wissenschaftlich verschworen und politisch
Auserkoren frostig lebensfeindlich pur allhie

Wir jagen durch die Lüfte spielen Fangen
Voller Daseinslust Ägypten ist des Winters Ort
Kaum der Alpenkamm warm hier bei Dir fort fort

Weder Asylanten noch auf der Flucht wirtschaftlich
Sind wir Bewohner zweier Welten und doch
Keiner festanhängend eins in jeder für und für

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Durchs Schlüsselloch

Durchs Schlüsselloch

 

Nein der Knabe spähte nie durchs
Schlüsselloch das Christkind zu sehen
Dafür einmal die Mutter nackt

Und unbekleidet denn zu erspähen
Ob des dunklen Geheimnisses
Paradiesischer Unbefangenheit mißlang

Das Ansinnen doch gibt es weltweit weitere
Andere verschlossene Türen dahinter
Geheime Treffen unter Ausschluß

Der Öffentlichkeit Beschlüsse getroffen
Beschlossene Pläne geschmiedet und
Agenden geplant Programme eingeleitet

Zuletzt dessen überdrüssig und müde
Blicke ich Dir in die scheuen Augen und
Sehe Welten unbeschreiblich schön und tief

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Guckloch

Das Guckloch

 

 

In dieser Hütte Leben
Erbaut auf Zeit in Ewigkeit
In einem Land der Träume

Albträumen und Märchen
Horrorszenarien und Paradiesen
Gibt es viele Astlöcher

Durch die Du spähend äugst
Ob draußen böse Mächte dräuend
Gute Geister helfend rettend sind

Doch durch das eine Guckloch
Schaut in Dich nach innen
Wer und was Du wirklich bist

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Zeitfenster

Das Zeitfenster

 

Eigentlich hat Zeit kein Fenster
Denn eh Du Dich versiehst
Ist Sie vorbei doch halt warte kurz

Wenn Du innehälst tief durchatmest
Angst veratmest bleibt Sie stehen
Und das Speichenrad der Stunden

Löst sich schemenhaft auf in Nichts
Und Du erblickst Sphären der Schönheit
Welten des Wahrseins den Kosmos der Liebe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Lebensweg

Der Lebensweg

 

Viele behaupten Er sei einer des Todes
Doch schlafend sind wir Tote denn
Morgens wieder frisch erwacht

Kriecht das Kleinkind vierfüßig umher
Wie ein goldig Tier tapst gehversuchend
Fallend auferstehend immer wieder

Rennt später hastet jagend nach dem Glück
Das immer hinterher sich bietend an
Bricht jäh sich Bein den Fuß entzwei

Und Ruhe stellt die alte Ordnung her
Nicht so wie niedergworfen zwangsruhiggestellt
In einer angstverderbten Lügenwelt

Der Greis tapsend dann am Stocke schlurft
Rollator rollend vor sich Schicksal schiebt
Das Gleichgewicht des Lebens zittert

Bis Er die Flügel denn entfaltet
Und wie ein junger Schmetterling
Einst fette Raupe sich in den Äther schwingt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Kaffeehaus

Im Kaffeehaus

 

Hatschi Halef Omar Ben Hatschi Abul Abas Iben Hatschi Guwla Al Gosahara
Von den Kindern der Einfachheit halber Ellafjeby genannnt
Ein altes Männchen Typ Karl Valentin spitzbärtig bezopft

Hat Er immer noch Seinen Lebenstraum hegend
Ein Teekaffeehaus im Orientalischen Stil
Doch seit Jahren die Örtlichkeiten suchend

Nur Ablehnungen Hinderungsvorwände und Absagen
Geerntet ja das Kismet geht eigene Wege mashallah
Oder sind dies nur die Spuren dunkler Zeiten

Inshallah doch in Seinen Träumen öffnet Er
Täglich um Zehn pünktlich alle sieben Tage
Die Woche denn Sein Kaffeehaus ist jenseits

Arbeitsamen Gewinns oder kräftezehrender Mühsal
Insgeheim was ein Unwort zutiefst Sein heiliger
Ort da Menschen einander aufsuchen sich bereden

Austauschen beflügeln erheitern und über Gott
Das Göttliche die Welt und sich selbst darin
Entdecken und verorten auch Musik ist daselbst

Sänger Instrumente erklingen Dichter singen
Tänzer springen Derwische drehen spiralig
Den Himmel auf Erden die Welt ins kosmische All

Getränke kleine Süßigkeiten Wollust des Geschmackes
Schöne Teppiche bunte Lampen Vasen schmücken
Augenfreuden entzücken Sinn und Sinnengenuß

In die Pasinger Moschee geht Er nicht mehr
Bis dort auch Das Weibliche wieder wie einst
Am Freitagsgebet mit in der Kuppelhalle weilt

Denn Allah hat die Menschen erschaffen
Geboren durch der Weiber Schoß getragen
Im Acker Ihres Leibes neun Monde lang

Sein Kaffehaus ist Ihm Moschee und Heim
Denn hinter einem Vorhang steht Sein schmales
Bett und Seine Familie sind alle Gäste Geschwister Ihm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schöpfung

Die Schöpfung

 

 

Am Anfang ist Alles
Und das Alles ist eins
Mit sich und allem in Friede

Dann kam das Göttliche der Freude
Sich verdoppelnd verdreifachend vierfächig
Selbst entäußernd verschenkend mehrend

Als Liebe zu sich und allem was werden könnte
Und ungeworden nach Selbstwerdung zitterte
Das Vertrauen in das Eine immer einig

Selbst in der Vielheit immer im Quell
Immer lichthelle bewusst seiendes Meer
Eva Liebe und Adam Vertrauen bis

Die Angst beide beschlich und Mißtrauen
Säet und Zweifelgift in alles träufelte
So entstand der Rechtsbruch die Brüche

Des Naturgesetztes absoluter Selbstbestimmung
So das Fremdbestimmung und Unterwerfung
Lügen Betrug und Täuschung alles Leben vergiftete

Der Virus des Bösen aufgeblähter Ohnmacht
Als Allmachtsfantasien ungeheuerlich maskiert
Länder überspülend nach der Weltmacht greifend

Geifernd aufeinander hetztend das Verschiedene
Zu Gegnern Feinden erklärend wie eine Wiese
Bunter Blumenvielfalt plötzlich nur eine einzige

Für alleinig wahr und statthaft verkündend
Bis ein Mensch erwachte und den Albtraum
Abschüttelte frei froh und liebend wieder wie von Anbeginn