Siehe eine Tür aus Licht

Siehe eine Tür aus Licht

 

Wie denn das Auge Licht
sonnenhaft ist so haben wir
eine lebendige Tür ein Tor

Einen Einlaß erschaffen
aus Licht das Du bist
geöffnet entweicht befreit

Das Dunkel der Angst
strömt Lieben alsogleich
herein wie sich denn beide

In der Begegnung vermählen
Vertrauen ist Ihrer Kind Name
Wasser und Feuer getauft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Niemandsland

Im Niemandsland

 

Dort lebt niemand keiner auch
weil wo niemand ist will niemand sein
irgendwer soll schon dasein

Weil alleinig auf der Welt niemandem
gefällt drum dank ichs Dir das Du
mit mir hier Herr Frau jemand

Bruder Schwester mir Geschwister
Freund Zeitgenosse Wegbegleiter
Vaterland und Muttersprache bist

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tat Tvam Asi

Tat Tvam Asi

 

Sanskrit Das bist du
Oh wer bin ich bist Du sind wir
Siehe durch meine Augen hier

Das Himmelslicht im Ufercafe
am Ammersee ein hölzern
Segelbot ich sehe darin mich

Festgetäut an einer Boje Anker
erwartend  Wellen Rauschen
Ein Ausflugsschiff landet an

Der Wind wendet das Boot
bugwärts auf mich gerichtet
Wann kommt der Kapitän

Hißt das Segel löst das Tau
Das Boot trägt keinen Namen
Ich nenn es weiblich Frau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Buch der Vollendung

Das Buch der Vollendung

 

Nie gehört den Titel ich auch nicht
bis gerade eben noch von wann
wer hats verfaßt unbekannt

Doch blutsverwandt frei käuflich
oder im Geheimarchiv des Vatikan
nein und ja denn es wäre auf dem Index

Verboten wegen Volksverhetzung
verbannt verbrannt bis auf ein
Belegexemplar öffentlich ungenannt

Was dann nun schreiben wirs uns selbst
wessen Inhalts ach nur eine Seite leer
nur ein Wort liebend goldesschwer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Des Menschen Wille ist sein Himmelreich

Des Menschen Wille ist sein Himmelreich

 

Ist es Dein Wille oder fremdbestimmter
Zwang kollektivierter Du mußt dies
das und jenes tuen oder Du darfst

Dieses und jenes nicht tun wenn doch
ächten strafen zürnen wir sind Dir böse
Freiheit ist wollen tun was heilt die Not

Angstnot der Gebrochenen täglich saures Brot
Frei von Angst ist freies befreiendes lieben
Siehe das Leben ist federleicht und vogelfrei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir feiern das Leben

Wir feiern das Leben

 

Gestern war ich von meiner zweiten
geschiedenen Ehefrau direkt am schönen
Ammersee zum Mittagessen eingeladen

Das Gasthausmotto kündet die Überschrift
Vom nahen Nebentisch das Zwiegespräch
zweier ältlicher Damen ich höre noch ihren

Begeisterten Kommentar „Wahnsinn“ und
Spüre ihre völlige Unbewußtheit denn wer
jemals in einem „Bezirkskrankenhaus“

Geschönt „Nervenklinik“ Besucher war
wird danach sprachspüriger von
heilsamen Frohsinn sprechen

Siehe die Sprache ist das Gefäß
des Geistes und so kann es denn auch
keine „Geisteskrankheiten“ geben

Sodenn verwirrtes Denken verdunkeltes
Bewußtsein Feiern wir das Leben
denn das Leben ist lieben