Category Archives: Gedicht

Vom Winde geweht

Vom Winde geweht

 

 

Ich bin ein welkes gedientes Blatt
Im Frühherbst vom Winde verweht
Und zugleich einer Zeitung Blattseite

In einem Straßencafe vergessen
Denn was sind Realität und Wirklichkeit
Wie künstliches Aroma und Natürlichkeit

Auf meiner Titelseite steht
Mit fetten Lettern
Deutschland hat seit 1918

Nur einen Waffenstillstand
Und heute wurde der Friedensvertrag
Mit dem Deutschen Reich unterzeichnet

Auf der Rückseite im Wirtschaftsteil
Ist abgedruckt Die Rüstungsindustrie
Ist mit Einvernehmen der Konzerne

Ab sofort eingestellt
Und die freigewordenen Kapazitäten
Werden für alternative Energietechnologie genutzt

Ich bin nur ein welkes Blatt im Wind
Und einer raschelnden Zeitung Blatt
Aus der Zukunft ins Heute verweht

 

 

 

 

 

 

Heilung

Heilung

 

 

Ich bin der brennende Baum
In den ein Blitz gefahren
Und das Haus daneben steht unversehrt

Ich bin die leere Bierfasche
Unter eines geparkten Autos Vorderreifen
Doch der Fahrer stieß rückwärtig hinaus

Ich bin der achtlos auf den Weg geworfene
Schale Kaugummi den ein Menschenkind
Sich verbissen die Wut ausbeißend verbrauchte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Königliches

Königliches

 

 

Sie behaupten verblendet
Der Mensch sei die Krone der Schöpfung
Ach wie Er sich gebärdet noch
Ist Er nur Ihr gieriger Räuber

Ich das Leben jedoch sage Dir
Der Mensch ist ein Juwel in der Krone
Und wenn er wahrhaftig lebt
Glänzt Sie in liebender Erhabenheit

 

 

 

 

 

 

 

Du bist

Du bist

 

 

 

So Du einen Stein erblickst
Gewärtige Seine tragende Ruhe
Treuer Beständigkeit

Wege sind gepflastert
Häuser fest gegründet
Knochen stark durch Sie geformt

Siehst Du eine Pflanze
Wisse sie geschmeidig
Schutzlos hingegeben schön

Wiegt Sie sich im Wind
Wechselt die Stimmung
Jahreszeitlich geführt

Erschaust Du ein Tier
Erinnere Dich körperlich
Verwandt bewegt mit Ihm zu sein

Ein Mensch vor Dir wie Du
Trägt all dies Leben
Und der Engel liebend Streben

 

 

 

 

 

 

Schönheit

Schönheit

 

 

Manche Menschen sehen selbst
In einer trüben Pfütze Spiegel
Der Sonne wonnesames Angesicht

Einige Menschen mißfallen sich
Was tauget mir das Schöne
Ohn Zweck und Nutzes leer

Der Blume Duft bescheiden
Kündet noch vom Glanz des
Strahlend ewig Schönen

Was wahr und wohlgesonnen
Mag schlicht und klar erscheinen
Wie Es der Liebe schönstes Wesen ist

 

 

 

 

 

 

Mitte

Mitte

 

 

Manche Bergesspitzen
Ragen bis in des Himmels wolkige Höhn

Manche Bäume wurzeln zart
Erdentief gegründet

Der Mensch dazwischen ausgespannt
Ein entwurzelter Himmlischer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Freiheit

Freiheit

 

 

Ich bin das Blümchen
In der Mauerritze

Das zarte Pflänzchen
Welches sich durch den Asphalt schiebt

Ich bin die Feder
Im Flügel einer Taube

Und das sonnige Lächeln
Wenn ich Dir in Deine
Leuchtenden Augensterne schaue