Category Archives: brennen

Kelche des Schweigens

Kelche des Schweigens

 

 

In den Katholischen Kirchen vertrocknen
Die Weihwasserbecken zu magischen Wüsten
Des Frühlings Blumenkelche schweigen still

Ob aus Betroffenheit oder Mahnung
Nur Du kannst es wissen tief innen
Denn Sie erwarten Deine Antwort und

Die aller Menschengeschwister flehentlich
Selbst die Sonne tönt nicht mehr nach alter Weise
Bis Du Ihr wieder Deine Stimme verleihst

Gleiten Elektroautos schweigend vorbei
In der schönen Neuen Welt gesetzlich
Verordnet Erlasse fassungslos nun die Verfassung

Der Deutsche Michl erwacht spricht nun Michael
Wahrheit und Freiheit sind Dein Erbe von Anbeginn
Verrate Sie und sterbe auferstehend liebe lebe sie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mutti

Mutti

 

Mutti warum darf ich mich nicht mehr
Mit meinen Spielgefährten treffen das Wetter ist so schön
Kind das ist streng verboten und verstehst Du noch nicht

Mutti warum sitz Papa daheim statt in die Arbeit
Zu gehen bekommen wir dann kein Geld mehr für Essen
Kind sei still das ist verboten und verstehst Du erst später

Mutti warum darf ich Oma nicht mehr besuchen
Kind das ist zu gefährlich für Sie denn Du
Schweig jetzt und hör auf mich zu nerven

Mutti ich rufe jetzt Oma am Telefon an
Von mir aus das ist eine gute Idee grüße Sie von mir
Guten Morgen Omi wie geht Es Dir

Ach mir geht Es soweit leidlich gut
Omi warum darf ich Dich nicht mehr besuchen
Mein Herzenskind das ist eine böse Geschichte

Wie meinst Du das Mutti will darüber gar nicht sprechen
Dunkle Menschen haben etwas Verdunkelndes erfunden
Einfach sich ausgedacht und alle glauben daran wie an eine Religion

Wie früher an Hexen mit rotem Haar bösen Geistern
In schwarzen Katzen dem Teufel der uns in die Hölle schickt
Ja das ist gerade so und Du bleibe in Deinem Herzen frohgemut alles wird gut

Omi ich danke Dir und ich hab Dich ganz arg lieb
Und wenn der Spuk wieder vorbei ist freue ich mich
Und dann feiern wir mit Kakao und Kuchen ein Freudenfest

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Scheidung der Geister

Die Scheidung der Geister

 

 

Gestern abends fuhr ich durch eine Geisterstadt
Lichter in Fenstern alle Parkplätze besetzt gespenstische Stille
Unterwegs nur zwei Menschen die Frau angegrüßt

Gesenkten Hauptes mürrisch verunsichert etwas brummend
Ich habe Gartentulpen für die Ehefrau eines Freundes überbracht
Deren Mutter Seine Schwiegermutter kürzlich verstarb

Heute erfahre ICH eine Deutsche Anwältin ist zwangspsychiatriert
Nachdem Sie einen Eilantrag an das Verfassungsgericht einreichte
Diesen wie zu erwarten abgeleht bekam fassungslos weint die Liebe

Gewidtmet Frau Anwältin Bahner
Derzeit rechtlos entrechtet in Psychatrie
Ohne Fremd oder Selbstgefährdung Staatsgefangene

 

 

 

 

 

 

 

 

 

https://youtu.be/yMujnRzraew 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Osterfest

Das Osterfest

 

Gestern in einem Schlafvorortdorf
Der Weltstadt Münchens ländlich
Um 18 Uhr einige Anwohner

Nachbarn auf Terasse Balkonen
Ein Ghettoblasterradiospieler
Kabelrolle verteilte Fotokopien

Und ein Klarinettenspieler
Mit Lungenatmungsbeschränkung
Spielte Freude schöner Götterfunke

Wir sangen dazu dann ein Spanisches Lied
Deutschen Zukunftsweltschmerzschlager
Amerikanisches Italiano musica

Tanzten wirbelnd drehend jauchzend
Winkten von Balkonien Zaungästen zu
Krönung Beethovens Schiller voll Inbrunst

Im Chor dröhnender orchestraler Untermalung
Deutsche im Deutschland der Denker und Dichter
Geschwister für jetzt heiligen Augenblickes Paradies

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Spiel

Das Spiel

 

Sie würfelten um Seinen Rock
Reinen Leinens gewirkt ohne Naht
Sie spielen mit gezinkten Karten

Und ihre Einsätze sind Papierscheine
Ohne Golddeckung einfach selbst gedruckt
Wie blütenweißes Toilettenpapier

Sie legten Landkarten auf den Tisch und zogen
Mit Winkel und Lineal Grenzen die es nur
In ihren fühllosen Machtfantasien gibt Pakistan

Und Indien Syrien Irak Libanon Palästina Ägypten
Die gesamte nordafrikanische Sahara
Am Reißbrett zerrissene Nomadenkulturheimat

Falschspieler erkennst Du daran einst wie heute
Das Du verlierst und sie immer gewinnen wenn
Höre auf damit und werde wahr werde wer Du wirklich bist

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Sendbote

Der Sendbote

 

Im scharfen Galopp staubbedeckt
Das Pferd voll schweißigen Schaums an Hals
Und Flanken sprengte der erschöpfte Reiter heran

Wer bist Du was ist Dein Begehr Danke
Ich bin der Knappe des Königs der Schönheit
Und beauftragt der Königin der Wahrheit

Dieses Sendschreiben von eigener Hand zu überbringen
Kommt herein Ihr seid bereits erwartet hochwillkommen
Vor der Wahrheit ausgehändigt also spricht Sie

Es ist vorbei Lug und Trug Wahn Angst und Trauer
Feiern wir ein Fest ladet alle ein zu Schmaus Trunk Musik
Und Tanz schön ist das Leben wahr allein den Liebenden

 

 

 

 

 

 

 

Die Familie

Die Familie

 

Heute stelle ich Dir meine Familie vor
Nein keine Schwiegermutter Tanten Enkel Kinder
Dafür den Wiesenhang vor mir mit weitausladendem

Ruhendem Blick über den spielenden Wörthsee
Ein Starenvogel mit ruckartigen Bewegungen
Nahrung suchend wie ich genährt hier bin

Und die wohlgenährte Schwarzweißkatze
Duckt sich flach an den Teerweg geschmeidig
Ohne Sport lauert gespannt dann der Satz

Und der Vogel ätsch fliegt davon macht nichts
Denkt das Katzentier schön wars allemal
Nie ist die Wasseroberfläche gleich

Wie ein Mensch nur stimmungsstabil als Liebender ist
Die Sonne steht gleißend bebend tönend stumm
Und flirrend kräuselt Ihr Antlitz der spiegelnde See

Ein Mann kommt vorbei grüßt freundlich lächelnd
Hinter mir auf der Staße ein Dröhnen und Pfeifen
Der Herr Landwirt im gigomatischen Traktor

Amseln Kleinvögel fliegen von da nach dort
So als hätten Sie eine Verabredung ganz ohne Telefon
Drunten die Staße Radfahrer gleiten rollend vorbei

Im Schatten sonnenlos gespenstisch fern kläfft ein Hund
Und ein Schmetterling sitz auf dem Weg vor mir zitternd
Die Flügel bebend so schön gemustert gefärbt

Das der Künstler meine Hochachtung genießt
Dann ja wirklich fliegt die Flügelblume
Auf meinen Hemdsärmel ganz nah vor mein Gesicht

Das ist ein heiliger Moment und kurz steht
Die Zeit still und ich sehe in Ihm vertrauend
All das zarte zerbrechliche Wunder Leben