Category Archives: Liebe

Der König

Der König

 

 

In einem fernen Land ganz nah
Zu einer Zeit der Zeitlosigkeit
Also in Deiner Stadt nahebei

Hatte der König durch Herolde
Angekündigt am Tage der Sonne
Dem versammelten Volke vorzusprechen

Und als die Stunde gekommen
Kam der König nicht und alles wartete
Gebannt gespannt in Freude und Bangigkeit

Dann die Luft stand und flirrte
Von Erwartung gedehnt und Geduld
Hatte das Volk reichlich gelernt

Begann Unruhe Murren Trauer und Wut
Je nach Temperament und im Augenblick
Da die Welt steht oder fällt sich auszubreiten

Trat der Schäferjüngling auf das Podest
Tollkühn anmaßend oder engelsgeführt
Gebot Stille und hub an zu Sprechen

Hört ihr meine Geschwister Opa und Oma
Weib Mann und Kind das der König nicht komme
Auch das hat uns der Himmel geschickt

Das Du und ich uns des edelsten Sinnes
Des höchsten reinen Wollens bedenken
Und fühlen empfindend einander schenken

Seht meiner Schafe Herde deren Hirte ich bin
Nur der Wind die Sterne des Nachts
Und der Sonne Scheibenrund als mein Hütehund

Sind ein klein Königreich für sich
Und Du Ihr bettet euch in wollenem Schlaf
Tragt der Kleidung schützendes Gewerk

Und mancher Teppich schmückt Euer Heim
Wer dient wem Der welcher beherrscht
Den Wolf in sich und das Lamm in sich

Behutsam durchs Leben zu führen
Seht was war der Hund ehedem
Ja ja ein Wolf und ist heute Hirte

Was ist der wahre König Der Diener aller
So gehet hin In Frieden Ihr Edelfräulein und Prinzen
Seid Wurzel und Krone des Baumes und Früchte der Liebe

 

 

 

 

 

 

 

 

Brennen

Brennen

 

 

Wenn Du nicht liebst erfrierst Du
Wenn Du liebst verbrennst Du

Denn Lieben verbrennt alles
Was nicht Lieben ist

Daher rette sich wer kann
Und die Himmel lächeln huldvoll

Gestautes Lieben bricht jeden Damm
Und spült Hohles und Haltloses hinweg

Frei fließend nährt Lieben wie der Nil
Den schmalen Grünen Streifen Landes

Inmitten der Wüste Dürrheit Ägyptens
Trost spendende Oase ist mir Dein Herz

 

 

 

 

O Ihr

O Ihr

 

 

O Ihr meine Schwalben fern
Im warmen hellen Südland
Winterflüchtig sonnenhungrig

Wie vermisse ich Euch
Ich der kalte Wetterhahn
Auf der Kirchturmspitze sich drehend

Und Du großes allumfangendes Meer
Wie sehne ich mich nach Dir
Tröpfchen Träne die ich derzeit bin

Und Ihr weiße Wolkenschäfchen
Dort  oben in den freien Himmelslüften
Tappe ich hier unten in Nebeln des Wahns

Bald ist wieder einmal Weltenweihnacht und
Sie feiern das was ist nur als bloße Erinnerung
Dich jedoch lade ich ein zum Fest der Liebe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erschaffen

Erschaffen

 

Wallende Kräfte und wirkende Mächte
Erdachten Lebens fühlender Sinn
Strebt bebendes flirrendes Licht

Aus dem Dunkel der Zeit
Schöpft aus dem Nichts
Magisch was nur je ersonnen

In der Werkstatt dem Atelier
Bildender Seienskunst
Bist Du Bildhauer Maler Dichter

Vorgestellt ist die Welt
Und Mutter Erde schenkt Dir
Ihren feuchten Lehm farbender Pracht

 

 

 

 

 

 

 

Wesentliches

Wesentliches

 

 

Der Mann in braunen hohen Stiefeln steckend
Mit Absätzen die hart in den Gehweg stießen
Übersah die Frau in Ihren Barfußschuhen

Welche einen sanften Gang schritt
So wie kleine Kinder sich anfangs
Erst mit den Zehenballen abrollen

Und der Mann wollte die Welt verändern
Machtvoll politischen Einfluß nehmen
Doch Seine eigene kleine Welt

Bedachte Er dabei nicht so entging Ihm
Auch der junge Mann der den Kriegsdienst
Verweigerte obwohl die Wehrpflicht

Oder gerade desswegen ja nur ausgesetzt war
Selbst hatte der Mann das Tötungshandwerk erlernt
Als Offizier weil Akademiker schied er aus

Das Menschen und Weltbild des Mannes
Bestand aus Personen Verbrauchern Bürgern
Steuerzahlern Konsumenten Arbeitnehmern

Wählern Wettbewerb Konkurrenz Ehrgeiz und
Das Wesenswort Mensch kam darin nicht vor
Religion war Brauchtum der Kindheitstage

Weder nützlich noch wirklich schädlich wie Liebe
Als Er die Straßenseite wechseln wollte übersah
Er den Wagen eines Bestattungsunternehmers

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mystisch

Mystisch

 

Zu allen Zeiten also jederzeit
Doch was ist schon Zeit
Im Angesicht der Ewigkeit

In allen Ländern nah und fern
Der Erde grenzenlos doch was
Ist die Erde denn als der Leib der Welt

Gibt Es Verrückte Spinner Narren
Wie die Minnesänger Troubadoure
Die Hofnarren des Mittelalters

Und ach ja den Kasperle
Der wehen Kindertage
Mit tri tra trullalla

Sie alle sind Entzückte entrückt
Von einer inbrünstigen Zärtlichkeit
Die entgrenzend selbst das Verehrte

Selbst Stein Blume Tier und das Geliebte
Sind weil entworden alles geworden aus
Tiefstem Mitfühlen dichtend singend Tanzen

 

 

 

 

Schöpfung

Schöpfung

 

 

Himmel und Erde hielten Hochzeit
Und all die Lüfte der Regen
Die lichtvolle Wärme der Sonne

Und vielerlei unsichtbare Helfer nennen wir
Selbst Blinde noch sie der Engel Schar
Waren freudige Gäste

Dann als etliche Monde ins Land
Zogen hatten Sie Ihr erstes Kind
Und Blume wurde Sein Name

Und Seine Seele verströmte Duft
Und Ihr Geist leuchtete farbenfroh
In der Schönheit der Wahrhaftigkeit