Category Archives: Liebe

Welch gigantischer Schwindel

Welch gigantischer Schwindel

 

 

Das gleichnamige Drama von Eugene Ionesco
Hatte ich einundzwanzigjährig 1973 im Theater
Tief bewegt und erschüttert  erlebt

Erst im Laufe der Jahrzehnte reiferen Lebens
Erkannte ich die Hellsichtigkeit dieses
Rumänischen Philosophenkünstlers am eigenen Sein

Meine Mutter belog mich mit der Antwort
Auf die Frage des kleinen Buben wo denn mein
Vati sei          Der ist im Krieg gefallen

Späterhind meine Halbschwester mir ein Geheimnis
Verraten wollend Der lebt im anderen Stadtteil
Die erste Große Liebe unplatonisch nach vier Jahren

Ihrerseits verloschen gesteht eines Morgens
Noch im Bett neben mir erwacht Joschi ich muß
Dir etwas gestehen ich habe Dir vier Jahre lang

Den Höhepunkt vorgetäuscht Als Jugendlicher irritierte
Mich ein Klassenkamerad Zwei Feldtelefone mir zu eigen
Im Wald von uns versteckt waren später weg und Er suchte

Mit mir ausgiebig alte Bombentrichter nach ihnen ab
Spätnachmittags fand ich beide Teile im Schrebergarten
Seiner Großmutter vor dem Häuschen stehend wieder

Ich erspare uns hier weitere Beispiele religiöser
Politischer sozialer wirtschaftlicher wissenschaftlicher
Klimatischer und philosophischweltanschaulicher Schwindel

Denn mir ist schwindlig alleine davon das die ruhende
Erde sich mit 1600 Stundenkilometern um eine Achse wirbelt
Und der Urknall hat an mir einen Hörsturz bewirkt

Freude schöner Götterfunke alle Menschen werden Geschwister
Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben
Liebet Euere Feinde vergib Ihnen verzeih Dir
Denn Sie wissen fühlen empfinden noch nicht was Sie tun

 

 

 

 

Der Koch

Der Koch

 

 

Ja ich bin begeisterter Koch
Mit Leib und Seele handwirkend
Schon als Kind mit Sand gespielt

Natürlich trage ich immer eine Mütze
Und alle Zutaten sind rein Mutter Erdes
Kinder wie auch ich selber eines bin

Auf die Körper toter Tiere
Verzichte ich ohne Mangel
Denn bluten muß kein Wesen hier

Was ich gedanklich bewege kocht
Fühlend während ich empfinde
Das sind meiner Kräuter Würze

Ja wie alles ist auch dies
Eine reine Lebenskunst denn
Farben sinds und wohl garniert

Süß salzig bitter sauer
Spielen vier Elemente eifrig mit
Und der Kellner die Bedienung

Sind meine Deine Engel hier
Der Mensch lebt nicht vom Brot alleine
So ist das ich an Deinen Lippen häng

Was Du zu sagen sprechen hast
Bin ich die Welt ein einzig Ohr
Und wie der Duft emporsteigt

Zu der Götter Engelschar
Verbreitest Du der Athmosphäre
Wohlgeruch in Deinem liebend Sein

 

 

 

Dem YouTuber „Kochen mit Willi“dankend gewidtmet

 

 

Die Vision

Die Vision

 

 

Ich sah ein Kreuz ja heute wieder
Gewaltverherrlichend an einer Straße
Öffentlich daran hing eine gefolterte

Männliche Leiche und es war grauenvoll
Und ich sah ein Hakenkreuz
Umgedrehtes Sonnenrad der Inder Swastika

Und ein Kreuz der sich Bundeswehr
Nennenden Militärs und all die Wahl Kreuze
Auf den Stimm Abgaben die in Urnen verschwanden

Und dann ein Kreuz gleicharmig
Als Nord und Süd Ost und West
Aus Blüten farbig duftend schön

Zuletzt ein Kreuz mit einem Herzen
In Seiner Mitte leuchtend
Von strahlendem Licht

 

 

 

 

 

Der Notar

Der Notar

 

 

Ich bin mit Leib und Seele schon immer
Mein ganzes geordnetes Leben lang Notar
Denn menschliche Willensbekundungen

Sind verpflichtend zu sichern und gewissenhaft
Somit zu würdigen und von der Gesetztlichkeit
Öffentlich vor perönlichem Zugriff zu schützen

Doch was mir heute vorgelegt wurde
Kam mir noch niemals unter die Augen
Doch lest selbst Ort hier und Datum heute

Mein Vermächtnis und über den Tot
Hinaus gehender einziger Wille
Ich der sowieso Name geschützt

Bekenne das das was Ihr für die Wirklichkeit
Haltet das was Sie Euch für Realität
Ein Fremdkunstwort nur ein künstliches

Konstrukt ist im Sinne gedanklicher Manifestationen
Konditionierender falscher Weltanschauungen
Einer Matrix im Sinne Platons Höhlengleichnis

Und quantenphysikalischer Holografie
Die Geschichte so wie Sie Euch gelehrt wird
Ist eine größtenteilige Fälschung und das

Religiöse Selbstbild alttestamentarischer
Grundlegung menschen und lebensfeindlich
Jenseitsorientiert bei gleichzeitiger Todesangst vor

Einer Bestrafung im Sinne vollständigen Liebesentzuges
Jener als rachsüchtig und jähzornig verstandenen
Gottheit namens Herr der die Trennung das Zerteilen

Von Anbeginn an mittels satanischer Ideologie
Zwischen Weib und Mann zwischen Seele und Geist
Und insbesondere die Schändung natürlicher Körperlichkeit

Durch die perfide Vergiftung mit Erbsünde Schuld und Scham
Zu einer kollektiven Schizophrenie einer Selbstentfremdung
Und Seinsverachtung ohne Aussicht auf eigenständige

Selbst und Seinsheilung Vergebt Ihnen denn Sie wissen
Was Sie tuen denn Sie haben nur unsägliche Angst
Ein existentielles Grauen vor aller schöpferischen Liebe

Das Vermächtnis endet hier mit dem Verwischen der
Handschrift und so wurde Es in den kalten Händen
Des Verstorbenen gefunden und mir heute zugestellt

 

 

 

 

 

Das verbrannte Tagebuch

Das verbrannte Tagebuch

 

 

Im Kamin eines verlassenen Hauses
Mich ziehen solche Orte magisch an
Fand sich in der Asche ein verkohltes Buch

Ich nahm es heraus stocherte mit einem Stöckchen
Und entdecke noch etwas Leserliches Tagebucheintrag
Dienstag den Datum verkohlt Ich ging heute Spazieren

In die freie Landschaft und sah eine Frau nebst Hund
Im Gespräch mit einem Gartenzaunmann sie endeten
Ich sah wie der Mann ein Futterhäuschen für Vögel

Anbrachte und grüßte ihn ich erzählte über die dunklen
Eichhörnchen die bei mir Sonnenblumenkerne naschen
Und die rotbraunen Eichkatzerl immer weniger sichtbar sind

Er erwies sich als fanatischer Naturwissenschaftler
Der Platon als Glaubensystem verunglimpfte und ich
Brach das unerquickliche Rechthabertum grüßend ab

Zurück gehend traf ich die Frau mit Hund wieder
Der Hund vor ihr sitzend den Kopf wie in Anbetung
Zu ihr erhoben sie redet mit ihm füttert ab und an

Auf Grußweite hetzt der Hund auf mich bellend zu
Sie ruft ihn zurück ich war stehen geblieben
Wofür sie den Hund abrichtete war unerfindlich

Zumindest nicht fremde Mitmenschen wohlwollend zu achten
Dann kam ich im Ort an eine Üpsylonstraßengabel gen Osten
Ein modernes granitenes Kriegerdenkmal in Kreuzform

Aus drei wuchtigen Rechtecken Deutsch Französischer Krieg
1914 bis 1918 Zweiter Weltkrieg vorne BundesWEHR
Davor als Schattenwurf in schwarzem Bruchstein auf Erden

Ein Kreuz das Umfeld weiße Bruchsteine Links der Straße
Ein gemauertes Halbrund flankiert von zwei überhöhten
Sitzbänken im Sockel das Wort Heimat darüber ein großes

Holzkreuz ohne Folterleiche im Zentrum hatte jemand
Ein grünes Herz gemalt und genau gegenüber der Straße
Weiter unten ein Bayrisches Marterl mit Regendächlein

Die Front plexiglageschützt gegen Vogelschmiß schräg
Wie verschämt stehend   Drei Kreuzinstallationen
Und die Wissenschaft des bellenden Hundes

 

 

 

 

 

 

Der Stumme

Der Stumme

 

 

 

Durch einen Schock
Bin ich für immer verstummt
Und so sprechen die Steine an meiner statt für Dich

Durch all die Lügenhaftigkeit unsäglich ermüdet
Schweige auch ich mundtot gemacht
Und die Blumen sprechen nun für Dich

Durch die weltumklammernde Angst vor der Wahrheit
Habe ich die Sonne angefleht das Sie Es Euch zeige
Mächtig und groß ins Blau des Himmels geschrieben

Und ich stammle Ihr nach
Weißes Gewölk schäfchenwatteweich
Formen das Wort    Lieben

 

 

 

 

 

Hellsehen

Hellsehen

 

Wärmendes Licht ins Dunkel bringen
Verdüsternde Schatten  durchlichten
Verlogenes ins Licht der Sonne stellen

Schwarzsehern Licht im Tunnel
Verängstigten Strahlen des Vertrauens
Lügen und Irrungen Wahrheitslicht sein