Category Archives: Poesie

Das Sandkorn

Das Sandkorn

 

 

Ein Sandkorn am Meeresstrand
Findet sich einsam und klein
Sieht sich entborgen verloren

Du Welle wozu bin ich auserkoren
Vormals Stein im Fels berggeborgen
Stark und mächtig jetzt einsam allein

Stein Fels urzeitlicher Berg
Heute nur Sandkorn eines von vielen
Einst Riese nun klein wie ein Zwerg

Im Nachtdunkel die Welle spricht
Schau all dies unzählbare Sternengefunkel
Erkennst Du Dich oben als strahlendes Licht

 

 

 

 

 

 

Die Schuhe

Die Schuhe

 

 

Gerade wollte ich die Schuhe anziehen
Denn die Sandalen sind nicht regenfest
Da hörte ich betrunken halluzinierend

Oder koffeinüberdosiert ein Stimmchen
Du sag wohin wirst Du gehen heute
Das ich Dir dafür diene

Ich fassunglos gefaßt überrascht
Sehe nach unten von woher
Das Stimmlein kam

Na äh ich besuche meinen Freund
Nurkadir der noch keine Muse fand
Mich hier Zuhause aufzusuchen

Weil selbständig Familienvater
Und interkultureller kulturschafender
Küntsler Musiker und Sufi

Schweigen und stille Erhabenheit
Du hast meinen Segen auf all Deinen Wegen
Denn so wie ich Dich trage

Trägst Du das Deine
Und mein Fuß schlüpfte in den Schuh
Und der Schuh schmiegte sich an wie eine Katze

 

 

 

 

 

 

Deutsche Größe

Deutsche Größe

 

 

Das ist nicht des Deutschen Größe
Obzusiegen mit dem Schwet
In das Geisterreich zu dringen
Männlich mit dem Wahn zu ringen
Das ist seines Eifers wert.

Schwere Ketten drücken alle
Völker auf dem Erdenkreis
Als der deutshe sie zerbrach
Fehde bot dem Vatikane
Krieg ankündigte dem Wahne
Der die ganze Welt bestach

Höhern Sieg hat der errungen
Der der Wahrheit Blitz geschwungen
Der die Geister selbst befreit

Freiheit der Vernunft erfechten
heißt für alle Völker rechten
Gilt für alle ewge Zeit

Friedrich von Schiller`s Gedichtfragment

Das der Intellekt auf seinen Platz verwiesen
Nur was praktisch nützlich sei
Fühlend mitempfinden adelt und läßt frei

Gott ist uns kein alter Mann mehr
Göttin jedes Weib aller Eltern Kind
Gottheit allem Wesen eigen das Ich bin
Hierin heilger wahrer allverbindend Sinn

Sieh der Sonne schenkend Wonne
Das dem kalten Mond gebricht
Du und ich und wir vereinet
Strahlenkinder Weltenlicht

 

Bescheiden dankbar heute hier ergänzt

Der Befund

Der Befund

 

 

In der Notfallaufnahme wurde heute ein Patient
Eingeliefert und weil ich gerade diensthabender Arzt war
Hatte ich über Ihn zu befinden

Seine Vitalfunktionen kamen zu Stehen
Der  Stillstand war lebensbedrohlich
Seine Atmung gepresst flach

Sein Blutdruck herzensgeschwächt
Der Blick der Augen wie paralysiert
Starr vor sich hingerichtet wie in andere Sphären

Äußerlich keine sichtbaren Verletztungen
Dafür ein Zittern der Glieder
Wie nach einem Schock

Die Hautfärbung bläßlich Pupillen vergrößert
Nicht ansprechbar denn Seine Antworten
Blieben fragwürdiges beredes Schweigen

Der Gesamtzustand eben das blanke Entsetzten
Was war Ihm zugestoßen widerfahren
Keiner Angehörigen Menschenseele mit Ihm

Und die Dokumente welche Er bei sich trug
Wiesen ihn als wohlsituierten Mittelstandsangehörigen aus
Nachdem ich auch psychologisch ausgebildet bin

Kam mir in den Sinn dieser Mensch habe keine
Internistische Störung oder sei irgendwie verunfallt
Eine Vergiftung läge hier schon näher vor

Nur worin bestand sie war sie chemischer
Oder seelischer Natur
Da murmelte der Gekränkte kaum verständlich

Mehrmals hintereinander das Wort
Die Wahrheit Die Wahrheit
Wahrlich ungeheuerlich

 

 

 

 

 

Philosophie

Philosophie

 

Ich habe Philosophie Juristerei
Und ach Theologie studiert unakademisch
Faustisch allemal goetheanisch zutiefst

Und Kants Imperativ also Befehlsform
Als faschistisch erkannt denn wenn
Mein Handeln die Maxime also Vorgabe

Aller Menschen Handlung sein solle
Was dann wenn ich Auswandern will
Deutschland verlassen und alle Deutsche

Ihr Vatermutterland veröden so das
Nur die Flüchtlinge Asylanten Migranten
Neubürger Fachkräfte hier verweilen

Oder Schopenhauer Die Welt als Wille
Ja schaue doch was Jener will
Das widerwillt ein Anderer

Zuletzt vor Gericht am Ende
Führen Sie denn Krieg
Auf das der Eine dem Anderen

Seinen Willen breche eigenen aufzwinge
Nein ich verkünde den Menschenwesen die Welt
Als Empfindung Gefühl Mitgefühl Lieben

 

 

 

 

 

Magie

Magie

 

 

Ich schenke Dir wie mir geschehen
Eine psychodelische Erfahrung
Farbenbunt und klingend

Wie im Zauberwald vogelleicht
Auf dem Windpferd reitend
Du die Prinzessin und

Du Ihr Prinz auf dem Einhorn
In dem Wunderland reinster Freude
Dem sich rückhaltlos Verschenken

Beglückt vom Wein der Liebe
Gebettet auf Rosenblüten wandelnd
Auf weichen Teppichen des Vertrauens

Das Ziel Deiner Reise
Sind die Baracken und Armenhütten
Die Paläste Kirchen Bankenbunker

Auf das deren Bewohner
Staunend verblüfft zu Träumen
Glauben von Engeln besucht

 

 

 

 

 

Die Verwaltung

Die Verwaltung

 

 

Nach dem letzten Goldenen Zeitalter
Galt es anfangs nur
Die Nahrung zu verteilen

Dann die Felle Kleidung Holz
Später die Frauen und Kinder
Zu vermählen

Die Jagdgründe zu bestimmen
Und verteidigen hinzu kam das Weideland
Als wir Viehzüchter nomadiesierten

Zugleich seßhaft gewordene Bauern
Das gerodete Ackerland
Wer was wo und wieviel

Saatgut Zugtiere Leiharbeiter
Weiter die Ergebnisse der Fülle
Verhandeln Kunstgewrbe Stoffe

Allerlei Gerät auch Mannschaften
Für Fehde Scharmützel und Krieg
Zusammenstellen einzusetzten

Auszurüsten und verköstigen
Beuteland Waffen und Gefangene
Als Sklaven zu verwalten

Mächtige und Ohnmächtige
Zu installieren Verwalter
Die verwalten was zu viel

Handelsstützpunkte Steuereintreiber
Soldaten rekrutieren
Wege installieren

Viel mehr noch als Gold und Silber
Geld in der Welt Kaufen Erlösen
Gewinnen Bestechen und Betrügen

Verleihen Erpressen und Fälschen
Nicht vergessen immer mehr
Immer größer immer mächtiger

Der Gott der Bürokratie
Erfand die Politiker
Den Menschen zu verwalten

Der doch immer nur ein Kind
Und Liebesunterpfand
Des Himmels an die Erde ist