Category Archives: Poesie

Das Portal der Wandlung

Das Portal der Wandlung

 

Ob Siegestore hindurchgehend
Wandlung bewirken ist fraglich
Denn Kampf wehrt den Frieden

Wir der Geliebte und die Geliebte
Sind unterwegs eng verbunden
Herzinnig in Sprache und Geste

Schreitend dem Tor der Wandlung hin
Heiter ob der anstehenden Trennung
Unverbrüchlicher ewiger Verbundenheit

Denn die Geliebte wird in die Zukunft
Und der Geliebte in das Vergangene
Eintreten dort wegbereitend Sie

Er Irrtümliches Lügenhaftes heilen
Angelangt erwarten uns ein Kleinkind
Harren unser ein weiser Greis

An der Pforte der Zeit wachend
Die Tore einen Spalt öffnend und
Ein letzter Kuß verbindet Untrennbares

 

 

 

 

 

 

Sehnsucht

Sehnsucht

 

 

Als mich mein pfadloser Weg
Einst in die Wüste führte
Auf der Suche nach der Blume

Fand ich nur flimmernde Hitze
Verdorrtes Gehölz und mumienhafte
Staubige Trockenheit

Dann irgendwann stand Sie vor mir
Klein und unscheinbar geduckt
Stachelbewehrt ein Blümchen

Später lenkte mich mein Schicksal
In den eisigen Norden Stein und Bein
Gefroren alles Lebendige

Selbst schon erkaltend Da keine
Sinnestäuschung flimmerte im Sonnenlicht
Eine zarte Eisblume mir auch hier

In dem Stahlbetonglasdschungel
Einer Großstadt nirgends Ihr Duft
Bis ja bis in den Augen eines Menschen

Sie erblüht lächelnd fragend
Und aller Sehnsucht Suche
Tragen Sie in weher Herzensbrust

 

 

 

 

 

 

Ach Ich

Ach Ich

 

Nun wer das sei
Jener Ich einerlei
Ich hab ja Dich

Denn nur mir eigen
Ganz allein tanzt keiner
Wäre ich nur Es im unsichtbaren Reigen

Nur durch Dich gespiegelt
Splitterhaft verschmiert
Und klar rein und wahr

Bin ich der ich bin erinnert
Vergessen in der Zeit Unendlichkeit
Unschändbar ICH ewigkeitsvereint

 

 

 

 

O Ihr

O Ihr

 

 

Anfangs suchte ich nur Dich
In allem allüberall jederzeit
Denn Du schienst mir ach so Groß

Nur mich wähnte ich kitzeklein
Und so fand ich Dich nirgends
Denn meiner Augen Licht gebrach

Das Kleine im Ganzen
Und die Einheit im Vielen zu erschaun
Dann erkannte ich Euch

Und siehe in jedem fand ich Sie
In Jeder schwingt Er unhörbar vernehmlich
Und in mir das Feuer der Sehnsucht Ihr

 

 

 

 

 

O Du

O Du

 

O Du meine Perle
Mein Herz und Paradies
O Du Frühlingswind

Mir das Haar streichelnd
Ach meine Sommerschwalben
Wie zauberhaft jede funkelnde

Schneeflocke mir geschenkt
Von Dir alles bist Du mir
Und alles was ich bin nur Dir Du

 

 

 

 

Im Labyrinth

Im Labyrinth

 

 

Das Labyrinth der Welt
Und das Paradies des Herzens
Eine alte Schrift des Comenius

O ja die Welt als Labyrinth
Wer will dem widersprechen
Doch wie verhält es sich mit Irrgärten

In Chatre einer Französischen Kathetrale
Ist ein großes Labyrinth als Mosaik
Im Fußboden eingelassen  doch ganzjährig

Mit Stühlen verstellt bis auf einen Tag
Wie das weswegen ist es dem Besucher
Irregeführt verwehrt jene grafische mystische

Erfahrung der Ausgangsfindung dort zu erleben
Das Labyrinth überblickend verlassend
Jetzt in die Vorschule den Kindergarten

Dann zur Grundschule Gymnasium Universität
Früher noch mannbar Militär dann Karriere
Weiblich Mutterschaft immer Konsument

Verbraucher Steuernzahler links rechts
Rechts gerade links Altersvorsorge Urlaub
Krankheit Ehe Scheidung Herzanfall

Schlaganfall Demenz Arbeitslosigkeit
Einsamkeit Spaß rechts Unterhaltung
Links Pillen Drogen Elektronikgerätesucht

Den Irrgarten der Zeit durchschauen
Das Labyrinth der Welt verlassen
Das Paradies des Herzens ist allzeit in Dir

 

 

 

 

 

 

 

Der Vortrag

Der Vortrag

 

 

Dieser Vortrag wurde am Institut für integrative Öffentlichkeit
In Hintergrubingen am Freitag den 13zehnten eines Jahres der Zukunft gehalten

Dies geschah auf Einladung der Kirchen und Sekten des Militärs der Gerichtsbarkeit
Polizei der Ärzteschaft des Pharmabundes der Regierung von Bauern und Chemiekonzernvertretern Industriellen
Und der vereinigten Kunstakademien hin die Presse hätte diese fast vergessen

Grüß Gott meine lieben Gäste

Ich freue mich Sie hier alle versammelt zu sehen und stelle zu Beginn die Frage
Was ist für Sie Liebe
Bitte schließen Sie die Augen und gehen tief in sich nach innnen

Ein Glöckchen erklingt alsbald zur Beendigung der Innenschau
Pause Ruhe Stille Schweigen

Ein zarter Glöckchenton endigt die Innenschau

Danke nun bitte Ihre Erfahrungen
Ja Sie was entdeckten Sie bei dem Wesenswort Liebe

Ja meinen Mann und die Kinder
Danke

Und Sie bitte der Herr Nun grinsend natürlich dachte ich an Sex
Danke auch dafür

Und Sie da hinten Sofort an die Sicherheit des Landes
Und den Staatsschutz

Jetzt den Herrn Würdenträger da vorne
Ehäm nun natürlich an Gott und das Himmelreich

So das genügt für den Anfang
Wir sehen das der Begriff Liebe durchaus verschiedenst empfunden wird
Ja eine Empfindung und gedacht also ein Gedankenbild in uns hervorruft

Ganz im Sinne der Bildung des Anvermittelns frühkindlicher Wertigkeit
Der Eltern Behörden Erzieher und Lehrmeinungen religiöser und staatspolitischer Art

Plötzlich entwickelte sich ein Tumult am Notausgang
Maskierte Männer stürmten den Raum und verschleuderten
Parolen brüllend Stinkbomben der widerlichsten Art

In der Presse allerdings erschien darüber keinerlei Nachricht
Nur gewisse alternative Medien wussten zu berichten
Das Sicherheitsbeamte aus dem Publikum sich erhoben und die Veranstaltung
Als beendet erklärten da eine anonyme Bombendrohung vorliege

Der Sprecher nahm den üppigen Blumenstraus vor dem Rednerpult
Und drückte Ihm einen Saalordner in die Hände mit der Bitte
So Seine Gattin zu erfreuen