Category Archives: Poesie

Der Innenarchitekt

Der Innenarchitekt

 

 

Ich lege Dir einen Holzboden
Wärmenden Mitgefühls
Die Wände rein kalkweiß

Hellhörig denn es gibt kein Geheimnis
Welches verschwiegen werden müßte
Und die Fenster sind tags unverhangen

Denn keine zu verbergende Handlungen
Finden hier statt nur das Dunkel
Der Nacht behütet einen leinernen Vorhang

Der Boden ist von wonniger Wolle
Mit farbenfrohem Teppich geschmückt
So das Dein barer Fuß Waldesboden fühlt

Die Möbel sparsam von Fläche zu Raum
Aus gediegenem Holz zeitlos schlicht
Und frische Blumen auf dem Tisch

Bilder hängen keine
Denn Dein Seelenleben
Ist bunter Vielfalt Lieben

 

 

 

 

 

 

Verrückt

Verrückt

 

 

Das Leben
Ein Wunder
Fragt unvermittelt mein fünfjähriger

Enkel   Liebst Du Dich
Betroffen freudig erstaunt
Ja

Der Bruder des Ägyptischen
Schreibwarenladenbesitzers hier im Dorf
Paketausfahrer wird mir vorgestellt

Auch Er das pralle freudige Leben
Ich beginne ein Arabisches Lied Lemme
Sie albern ich küsse Ihm die Hand

Führe Sie zur Stirne
Warum tust Du das Er
Weil ich verrückt bin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Sufi

Der Sufi

 

 

 

Ob in Indien Ägypten Syrien dem Irak
Oder der Türkei wer kann es wissen
Wer war dabei wer hats gesehn

Zog ein Wanderderwisch durch die Lande
Nur mit Kleidern Stock und Bündel
Von Ort zu Ort Jahr ums Jahr

Eines Tages hungerte Ihn
War Er müde von weiten Wegen
Durst verspürend klopfte Er

An eines einfachen Mannes Familienhaus
Namaste Salam Aleiykum
Grüß Gott habt Ihr etwas Essen

Und ein Nachtlager für mich
Der Himmel wirds Euch danken
Nun denn was ist Deines Ziehens Ziel

Ach ich suche den Sinn Gott die Vollendung
Das Paradies Nirvana und Erleuchtung
Das Ende aller wiederkehrenden Leben

Am nächsten Morgen speißten Sie und der Gastgeber
Sprach den Derwisch an Der Sinn ist einander Nähren
Behausen Bekleiden und mit und füreinander sein

Ziehe hin und nähre die Menschen mit Vertrauen
Gib Ihnen Heimat in Ihren Herzen
Und bekleide Sie mit steter Dankbarkeit

Shukran
Amin
So sei Es

 

 

 

 

 

„Das Wort zum Sonntag“

„Das Wort zum Sonntag“

 

 

Es sprechen ein Pfarrer Pastor Rabbi Imam
Ein Brahmane Lama und ein Vertreter
Des Vorstandes der atheistischen Humanisten e.V.

Liebe Schwestern und Brüder
Das Leben selbst ist der beste Lehrer
Und so schildern wir eine Erfahrung deren Tiefe
Selbst zu entdecken ist

Am Freitag dem Tag des gemeinsamen Gebetes der Muslime
Und der Befreiung der Arbeitnehmer von Ihren Arbeitgebern
Saßen wir in der S- Bahn der Münchner MVV um etwa 21 Uhr

Eine Gruppe Männer aus Afrika mit teilweise Bierflaschen in der Hand
Stieß an einer Station auf schon sitzende Landsleute
Temperamentvoll bis laut und gehende Gäste hatten
Über die Füße der Sitzenden im Durchgang zu steigen

Dann kam die Durchsage des Fahrers ein Polizeieinsatz
Verhindert das Anfahren der Station Gilching – Argelsried
Worauf heftige Bewegung in die sich teilende Gruppe
Der Schwarzafrikaner kam und sich die Gruppe teilte

Und in das uns nächst liegende freie Abteil setzte
Die uns schräg gegenüber sitzende Frau reiferen Alters
Sommerblumenkleid und roter Lippenstift
Handtasche und Papiereinkaufstasche umfassend

Runzelte nachhaltig die Stirne und beäugte die Szene
Als nach Geschrei und Rufen die Afrikaner
Die S- Bahn verließen Alkoholverbot seit zwei Jahren
Früheres Taschentelefonverbot mit Aufklebern

Wurde schon längstens fallengelassen entfernt
Fragten wir die Dame „Dürfen wir Sie etwas fragen?
Was ging in Ihnen vor als Sie die Menschen da beobachteten?
Die Dame „Ich lasse mich von Ihnen nicht interwieven“
Wir sind keine Interwiever nur Menschen die wahrnehmen“

Da die Dame weiterhin schroff und abweisend war
Setzten wir uns von Ihr weg Ihr noch den Abschiedsgruß
Entbietend „Einen guten Abend noch auf Wiedersehen“

„Freude schöner Götter Funke
Alle Menschen werden GESCHWISTER..“
Friedrich Schiller

Namaste
Amen
So sei Es
Inshallah
Om

 

 

 

 

 

 

 

Schreiben

Schreiben

 

 

 

Nein nein wirklich ich kann nicht Schreiben
Nur Worte pflücken vom Baum der Sprache
Jenes Baumes der erdverwurzelt tief himmelhöhenduftend

Blumenbunt farbender Schönheit prangt
Und wenn sich ein Schmetterling denn darauf setzt
Und freudig Seine Flügel wiegt

Dann bin ichs froh und nenne mich den Griffel
In Engelshand und Herzblut ist meine Tinte
Und Dank den Bäumen die Ihren Leib dreingaben

Mir schenkten Papier jetzt unter meiner Hand
Zuletzt meiner Augen Licht das eines Pfauen Rad
Entspricht So bin ich denn ein Buchstabe

In der Geschichte war Fragezeichen lang
Der Punkt zuletzt der allem Leben gesetzt
.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nähren

Nähren

 

Als Knabe noch im Tierpark
Eines sich Füttern ließ war er beglückt
Und auch der Katze riechendes Dosenmahl

War Streichelgabe obendrein
Kanarienvogel pfiffiger Hirsesaamen
Froh verabreicht  beide entzückt

Der Hund bekam den Knochen Pferde Heu
Wintervögel huschend Sonnenblumenkerne
Liebend nähren wir einander

 

 

 

 

 

 

 

Das Werk

Das Werk

 

 

Der Steine fester irdner Schwere
Bewahre mich hinwegzuschweben
Und sanfter Lüfte leichtes Wehen

Schützt mich gänzlich erstarrt zu sein
Wie auch der Blumen bunte Pracht
Mir Trost und Mut das ich erwacht

Und aller Tiere wuseliges Leben
Ist mir geschwisterliches Streben
Zu vollenden jenes Werk des Liebens