Category Archives: Poesie

Welten

Welten

 

Die Katze schleicht über das Dach
Und der Hund schnüffelt an einem Baum

Ein Vogel singt verzückt sein Lied
Stumm steht die Forelle im Bach

Eine Schnecke verzehrt ein welkes Blatt
Und ich der blinde Maulwurf suche die Sonne

 

 

 

 

 

 

Kaspar Hauser

Kaspar Hauser

 

 

Auf der Straße orientierungslos umherirrend
Wurde ich angesprochen und von einem Krankenwagen
In eine Klinik eingeliefert

Körperlich untersucht wie ein Forschungsobjekt
Dann der psychiatrischen Abteilung überstellt
Stundenlanges Befragen und Hypnosetherapie ergaben nichts

Was auf meine Identität und Herkunft hindeuten könnte
Bis auf die grüne Tätowierung am linken Oberarm
Sie fanden heraus das es Isa Jesus auf Arabisch bedeute

So nahmen Sie unter anderem an ich könne ein
IS Kämper gewesen sein und stuften mich als Gefährder ein
Ein Pfleger mangels Vorgabe der Ärzteschaft nannte mich Kaspar Hauser

Wie den 16 jährigen Findling damals zu Nürnberg
Meine Akte durfte ich nicht einsehen
Doch lag sie einmal unbeaufsichtigt auf dem Tisch

Darin stand fehlende Biografie Bildung Erziehung und Sozialisation
Bei unerklärlichem Wohlwollen allen und allem gegenüber
Erinnerungs und somit Vergangenheitslos wie der Urmensch vor der Zeit

 

 

 

 

 

 

Die Liebenden

Die Liebenden

 

 

O möge die Brieftaube Dir die Botschaft überbringen
Und Sie der Falke nicht  greife unterwegs Geliebter

Ach sei der Bote beschützt unbehelligt von Räubern
Dir Geliebte den Brief überreiche welch Glück

Das die Brücke der Sehnsucht fest gespannt steht
Über dem reißenden Fluß des Getrenntseins

Dort erwarten wir einander
Auf immer vereint

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reichtum

Reichtum

 

 

Ich könnte Dich ertränken in Massen von Geld
Wie Dagobert Duck doch bliebest Du
Darin armseelig seelisch und geistig tot

Dein Reichtum ist aus dem Nichts zu erschaffen
Nichts ist ja nicht nichts dafür alles ermöglichend
Spielerisch zauberst Du ein Lächeln

Auf dem Altar Deines Antlitzes hervor
Verschenkend Deinem maskenhaft erstarrtem Publikum
Und den Verstummten sprichts Du Worte

Von Balsam Myrrhe und Rosenduft
Die Sie von Deinen Lippen saugen
Gerettete vor dem Verdursten jedes Tröpfchen trinkend noch

Ach dann den Gelähmten bezeugst Du Herzblut
Mit all Deinem Tun und ja Lassen staunend
Das das Leben eine Werkstatt und Bühne des Liebens nur ist

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schönheit

Schönheit

 

 

Wenn ich eine Blume sehe
Wird mir engelgleich

Einem anmutigem Weibe ansichtig
Rührt mich die Göttin in Ihr an

Selbst als Unschönes
Erfährt sich Schönheit als gegenteilig

Um sehnsuchtserfüllt danach strebend
Sich um so schöner bewahrheiten zu können

 

 

 

 

 

 

Gebrauchsanleitung

Gebrauchsanleitung

 

 

Ja ja für alles gibt es mehr oder weniger klare Gebrauchsanweisungen
Kühlschränke Staubsauger und Espressomaschienen
Heute ist mir eine Gebrauchsanleitung für das Leben zugespielt geworden

Die möchte ich gerne mit Dir teilen

1. Verbanne jegliche Angst und ihre Komplitzen wie Lüge und Selbstbetrug
augenblicklich und sofort aus Deinem Leben durch ein entschiedenes Nein

2. Liebe mit allen Fasern und Facetten Deiner Seele Deines Körper und Geistes
Alles Jedes und Jeden immer und überall bedingungslos und Du erfährst
lächelnd unerwartete Geschenke und abendteuerliche Erlebnisse

Das Leben selber übernimmt die Gewährleistung auf ewig hin
Jegliche Verantwortung kannst nur immer Du selbst tragen und sein
Umtausch ist im Sinne der Freiheit jederzeit möglich doch abzuraten
Danke viel Freude und Lebensglück darin Dein Engel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Sieg

Der Sieg

 

 

 

Monate lange Vorbereitungen
Wochenlanges Aufmarschieren
Proviantieren Organisieren

Männer hatten Ihre Frauen Kinder Eltern verlassend
Freunde in Ungewissheit Arbeiten darniedergelegt
In eine todesgewisse Zukunft ziehend

Als die beiden Heerblöcke sich gegenüberstanden
Und auf das Zeichen des Angriffes warteten
Löste sich ein Reiter aus dem Verband

Der Heerführer selbst alleine ungeschützt
Und rief den Anführer der Gegner an
Auch Er trat ungeschützt nach vorne

Sei gegrüßt im Angesicht des Himmels über uns
Und in der Gewissheit der tragenden Erde unter uns
Ich will mit Dir verhandeln

Auch ich grüße Deinen Edelmut sprich also frei heraus
Wir beide haben Angst Angst vor einer möglichen Niederlage
Und dem Tode einer schweren Verletzung Verstümmelung

Ländereien Reichtümer und Macht sind Nichst im Angesicht des Sterbens
Die Männer hinterlassen Witwen Waisen Schmerz Kummer und Leid
Zu einem Meer von Blut fließt ein Strom von Tränen

Lass uns einen Einzelkampf führen
Danke Dir Deiner großen Worte die Dir Dein Herz eingibt
Ich nehem Sie alle an doch selbst der Einzelkampf

Wird nicht mehr stattfinden müssen
Denn ich habe in Dir meinen Bruder erkannt
Und die Sonne ist Zeugin unseres siegreichen Friedensbundes

 

 

 

 

 

 

Gewidtmet

Lion Feuchtwanger „Die Jüdin von Toledo“