Du bist was du sprichst
Alles Lebende und scheinbar Tote
Entäußert sich
Sichtbarer oder unsichtbarer Sprache bedienend
Ultraschall nur von Tieren vernommen
Oder in Geste Mimik Körperhaltung
Quell von alledem
Ist Dein Geist oder nur der Intellekt
Bronn aus dem Es fließt
Ist Dein Bauchbewusstsein oder Dein Herz
Selbst im vermeintlichen Schweigen noch
Schleuderst Du gleich einem Vulkan sein Magma
Gedanken Emotionen und Gefühle
In den Dich umgebenden Raum
Die Gedanken sind frei
Doch wähne nicht Sie würden folgenlos
Gleich einer umherfliegenden Spatzenschar sein
Alles was Du aussendest kehrt zu Dir zurück
Bildet eine Sphäre Aura um Dich her
Aus der Du atmest
Oder schier zu ersticken drohst
Ein Depressiver ist an Seinen eigenen
Gedankengespinsten seien Sie auch
Zurückgehalten verinnerlicht schon schier erstickt
Seelische Atemnot geistige Lähmung
Brechung des gesamten Lebenswillens
Sprich denke fühle so
Als wäre das ganze Firmament
Ein einzig Ohr das hören wolle
Was Du der Welt sonnengleich zu künden hast
Sprache ist Leben
Eine Liebeserklärung an alles was ist
Zärtlich wild und voller frühlingshafter Kraft
Weil Ihr Euch hier unten fremd und fern geworden seid
Gab das Leben die Sprache zu benennen was unbekannt
Zu kosen was liebend anverwandt
Und als die Angst die Lüge erfand
Trat in Euer Denken List und Tücke
Verwirrte sich das Gemeinte
In Täuschung Wahn und Unbegriff
Ihr erschafft so Ihr sprecht
Denn der Wind ist Ihr Bote und die Luft
Hat Flügel so das in jedem Raum
Noch lange schwingt was darin und dort gesagt
Nachklingt als Athmosphäre kosmischen Seins
Sprache ist Zeugung und Wortgeburt
Beides Seele und Geist
Wie Vater und Mutter
Ist die Tat Ihr Kind
Selbst die Untat noch
Denn auch was nicht geworden ist
Ist als Möglichkeit Ihre eigene Wirklichkeit
Achte auf Dein Sprechen
Wo nicht kann es zerbrechen
Fühle jedes Wort
Sie sind die Gewürze
Denn Ihr kocht Euch Gift hinein
Oder heilsame Kräuter
Sprich ganz oder schweige
Aus der Mitte des Herzens
Wo nicht säest Du Schmerzen
Drei sind aller guten Dinge Wesen
Denken Wollen und Fühlen
Schreiben ist wie Bildhauerei
Steht fest in der Materie
Schwarz auf Weiß und das Bunte
Dazwischen läßt Es verbunden sein
Lässt den Leser hungrig oder gesättigt
Ertrinken oder durstgestillt
„Denn der Mensch lebt nicht vom
Brot allein sondern von einem jeglichen Wort“