Category Archives: Poesie

Der schwarze Ritter

Der schwarze Ritter

 

 

Ein Mann in schwarzer Rüstung
Das er nicht leuchte in der Welt
Weil er das Licht so fürchtet

Verdunkelt alles was erhellt
Und selbst die Nacht ist grell
Von all dem Sternenblinken

So haust er unter Erden
In finsterem Gelaß versinken
Bis das der Tag gekommen

Das Ihn ein lieblich Mägdelein
Mit Sonnenblumen reich geschmückt
Auf seinem Weg begegnet herzbeglückt

Ach finstrer Herr sieh hier
Der Sonne blumge Kinder
Das ich schenke Dir

Farbenbunte Tracht
Wie habt Ihr Angst
Von zartem Licht belacht

Ist doch die Liebe
Selbst Hebamme noch
Zitternder Weltennacht

 

 

 

 

 

Lyrischer Alltag

Lyrischer Alltag

 

Seit drei Monaten erhalte ich Post
Keine Liebesbriefe dafür Landratsamtsnachfragen
Über meinen geringfügigen Komparsenzuverdienst

Als Kleindarsteller auf der Weltenbühne
Sehr geehrter Herr Antweiler
Es tut mir leid Sie müssen noch

Zum zweiten Mal die selbe Frage
Zuletzt Mit freundlichen Grüßen
Frau Herr so der Name der Dame

Meine hießige Gemeindebüromutter
Darüber befragt Herr Antweiler
Sie müssen einfach mit den Wölfen heulen

Das ist das Spiel
Ich achte weibliche Leitwölfe sehr
Doch bin ich ein blökendes Lamm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Göttliches

Göttliches

 

Gott ist neurotisch
Las ich in einem weisen Buch
Und die nachforschende Befragung

Ergab den Menschen als kränkenden Grund
Denn der Mensch wurde dahin abgerichtet
Gott für einen strengen ehelosen

Straflüsternen alten Herrn zu fürchten
Und die Heilung besteht in der Therapie
Das Göttliche als geeint vereint

Weiblich männliches Einssein
Überwundener Trennung erkennend
In Allem freudig darleben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reinigung

Reinigung

 

Sie wehklagten schrien weinten
Denn ein Verdunkelter vergiftete
Den einzigen Brunnen im Dorf

Er hörte und handelte
Sprang in den Brunnen
Mit all seinem Feuer

Trocknete ihn aus
Und das Gift mit Ihm
Und die Menschen tanzten

Um den sich wieder mit frischen
Wassers füllenden
Lebensborn

Sie schrien und jammerten
Denn ein Unlichter zündete
Das Haus der Familie an

Er sah und handelte
Sprang in das Feuer
Und Seiner Trauer Tränen

Löschten den Brand
Bevor er gefressen
Was ihm nicht gebührt

Sie fühlte mit als ein
Seelisch Verletzter versuchte
Seinen Nachbarn zu verletzen

Trat hinzu und riß sich
Das Herz aus der Brust
Unterpfand Lösegeld der Welt

 

 

 

 

 

Himmlisches

Himmlisches

 

 

Vorab kenne den Irrweg
Den ach so viele Irre gehen
Verirrt verwirrt nach dunklem Plan

Angst Lüge und Betrug
Sind dessen Zeichen
Übler Brodem Ruch

Himmelwärts führt Dich
Dein Herzenskompass
Und liebend zeigt sich

Selbst in dunkler Nacht
Das Gestirn der Wahrhaftigkeit
Sieh die Zeichen am Wegesrand

Vertrauen Weisheit leuchten
Fackelgleich den Pfad Dir weisend
Und lausche den Vöglein der Hingabe

So wirst Du rasch und sicher
Geführt von unsichtbarer Engelschar
Erfreut beglückt der Liebe Seele sein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schüchtern

Schüchtern

 

Ich weiß nicht
Also was soll ich sagen
Hm ich meine

Nun da wäre
Vielleicht
Sozusagen

Um es auf den Punkt
Zugegebener Maßen
Ich liebe Dich

 

 

 

 

 

 

 

Der Tagtraum

Der Tagtraum

 

Ich habe eine intensives nächtliches Traumleben
Doch heute tagträumend erwacht
Ist hier nahebei eine Staßenallee

Flankiert mit Jahrhunderte alten Eichen
Dazwischen lichter Stellen freier Platz
Mit Setzlingen stammgestützt bepflanzt

Allesamt runder Alluminiumplaketten
Genagelt durchnummeriert erfasst
Wie mein Lebensbaum 121054A61515

Ich sah mich durch eine Allee schreiten
Papyrus Altägyptischer Götterwelt
Bodhibaum hindustischer Vielgötterei

Feigenbaum Jüdischer Gesetztesreligion
Trauerweide kirchlicher Inquisitation
Eine wedelnde Palme des Islam

Und den Stechapfel des atheistischen
Materialismus psychotroper Pharmazie
Rosenkreuzer Birke Anthroposophen Esche

Und Theosophischen Weltenbaumes
Luziferischen Baumes der Erkenntnis
Und die Eiche nordisch wedischer Weisheit

Ein Bäumchen viel mir betroffen auf
Zweiglein verdorrt Zweiglein knospend
Zweige grünend und Zweige blühend

Wenige gar mit Früchten schon
Alles zugleich und doch geschwächt
Begann ich mit bloßen Händen

Das Erdreich aufzugraben stinkend
Und ein gefräßiger Wurm flüchtete
Genau zu einem der genannten Bäume

Mit meinen Tränen reinigte sich Mutter Erde
Und so gelockert und befreit grub
Ich wieder zu was gewesen nun vergangen

Lehnte mich an das genesende Bäumchen
Schlief ein und verschmolz mit Ihm
Dann erschien ein Wanderer und legte

Sich in Seinen Schatten zur Rast
Und erzählte den herbeifliegenden
Vögeln Geschichten der Liebe