Category Archives: Poesie

Der Sklave

Der Sklave

 

 

Eigentlich hasse ich mein Leben zutiefst
Weil ich ein Nichts bin des Todes Fraß zuletzt
Von Anfang an und der Stärkere frißt den Schwächeren

Und weil ich die Mächtigen nicht bekämpfen kann
Diene ich Ihnen zehre von Ihrer Aura
Die mich versorgt und schützt vor mir selbst

Insgeheim verachte ich Sie und bete Sie zugleich an
Ich bin zerrissen und hochmütig durch Ihre
Ermächtigung strafe und drohe ich Zweiflern

All jenen die aufbegehren rebellieren
Von Veränderung träumen Wahnsinnige
Staatsgefährdend und Schädlinge sind sie

Ich bin der verlängerte Arm
Und wo nicht der kleine Finger Fingernagel
Sklave der Macht nur den Himmel fürchtend

 

 

 

 

 

 

 

Der Diener

Der Diener

 

Ein Diener ist wer Höherem verbunden
Keinem Adeligen weder Milliardär
Noch religiösem Machthaber

Sein Dienen ist athmosphärisch
Würde Achtsamkeit Wahrsein
Zu zelebrieren generieren

In der Aura des Höchsten atmend
Weiß Er um der Tiefe Abgründigkeit
Und mittelt Gegensätze einend

 

 

 

 

 

 

Dienen

Dienen

 

 

Ach was nur ein niedriger Diener
Das Vorletzte nach dem Sklaven
Weit gefehlt denn der Sklave

Wird geraubt entführt gezwungen
Unter Todesstrafe Seelenpein genötigt
Der Diener jedoch sucht sich

Das Feld Seiner Dienstbarkeit
Wie denn die Seele Königin
Allzeit verehrt bedacht erfühlt

Gesäubert geschmückt wohlversorgt
Im Palast der Liebe gehuldigt
Und umsichtig selbst fürsorglich dient

 

 

 

 

 

 

 

Märchenhaft

Märchenhaft

 

 

Es war einmal ist oder wird erst sein
Wer kann Es wissen wer war dabei
Wer hats gesehn

Eine winzigkleine Muschel geboren
Und Sie freute sich des Lebens
Zumal ja die Meere dreiviertel

Von Mutter Erde bedecken
Und so fühlte sich Muschelein
Sicher und geborgen wohl behütet

Bis eines Tages eine Altmuschel
Zu Ihr sprach Sieh Dich vor
Das Du kein Sandkorn in Dich kriegst

Denn dann bildest Du eine Perle
Und ein Perlentaucher steigt hinab
Dich zu fangen und erbrechen

Der schönen Perle wegen
Das bekümmerte  unser Muschelchen
Denn gerade den Sand fand Sie so schön

Und war Er Es doch der den Meeeresboden
So lebendig und fein bedeckte
Da schlüpfte denn auch zu Seiner Zeit

Ein Sandkorn in das Muschelwesen
Unversehens von einer Welle eingebracht
Sieh da sprach Muschelein freundlich

Komm herein Sandfein
Und sei mir lieb und Hausgenosse
Wenn Du dann eine Perle bist

Will ich mein zeitlich Leben gerne dreingeben
Denn ich habe gehört das schöne Wesen
Oben auf dem Land sich Ihrer gar entzückt erfreun

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesang

Gesang

 

 

Alles Leben ist Gesang
Selbst die Stille der Nacht
Tönt mythische Verborgenheit

Und der Muezzin ruft in die Welt
Seine klagende unerfüllte Sehnsucht
Und über Lautsprecher allen Schmerz

Wie das Dröhnen und Lärmen der Stadt
Dem Sklavengesang auf den Plantagen
Gewichen ist und ein kleines Kind

In Seinem selbstvergessenem Singsang
Seinem Herzen eine Stimme verleiht
Mutter Erde und Vater Himmel liebt

 

 

 

 

 

 

 

 

Sprache

Sprache

 

2019 wurde von einer Organisation
Zum Jahr der Sprachen erklärt
7000 Sprachen soll Es weltweit geben

Und viele diskriminiert nur noch
Mündlich tradierte indigene Sprachen
Vom Aussterben bedroht sein

Ich spreche leidlich Literaturdeutsch
Kann die Mundart Fränkisch
Und gebrochenes Englich

Was jedoch alle Lebewesen
In dieser Welt sprechen ist die
Mitfühlende Herzenssprache

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sommer

Sommer

 

 

Komm stell Dich nicht so an
Ein negativ besetzter Vorwurf
Wieso ich bin nur der ich bin

Aber
Kein aber denn ich bin in diesem
Heiligen Augenblick ganz und gar

Der ich bin und nur weil Du
Dies peinlich findest verstelle
Ich mich nicht

Wenn Du Dein ureigenstes Leben
Nicht lebst aus Angst aufzufallen
Und anstößig zu sein dann bedeutet

Dies seelischen Selbstmord
Und weiterhin geistigen Tot
Lebe das Leben unangepasst

Scheinbar schutzlos
Wie ein Vogel im Winter
Beflügelt den Frühling herbeisingt